Gestern hatten wir von Franschhoek einen ziemlichen langen aber durchaus lohnenden Fahrtag. Als erstes sind wir zum Afrikaans-Sprachdenkmal (afrikaans Afrikaanse Taalmonument) gefahren – es ist ein Denkmal in Südafrika, das der Sprache Afrikaans gewidmet ist. Es befindet sich auf einem Hügel oberhalb Paarl. Erbaut 1975, erinnert es an das Jahrhundert des Afrikaans, das 1925 offiziell zur eigenen Sprache erklärt wurde und die niederländische Sprache als Staatssprache in der damaligen Südafrikanischen Union ablöste. Das Denkmal besteht aus verschiedenen sich zuspitzenden konvexen und konkaven Strukturen und symbolisiert Einflüsse unterschiedlicher Sprachen und Kulturen auf das Afrikaans selbst, sowie auf die politischen Entwicklungen in Südafrika:
- heller Westen – das europäische Erbe der Sprache
- magisches Afrika – der Einfluss des afrikanischen Kontinents auf die Sprache
- die Brücke – zwischen Europa und Afrika
- Afrikaans – die Sprache selbst
- Republik – erklärt 1961
- Malaiische Sprache und Kultur

Danach fuhren wir weiter Richtung Karoo. Der Name Karoo kommt von kurú aus der Sprache der San, die einst hier lebten und jagten. In deren Sprache bedeutet dieses Wort „trockenes, dürres, steiniges Land“. Die europäischen Einwanderer, überwiegend niederländischer Abstammung, übertrugen diesen Begriff auf die Vegetation dieser Landschaften. Sie selbst nannten dies Regionen in ihrer Sprache droogeveld, was deutsch „trockenes Feld“ bedeutet.
Und es ist sehr trocken – eine Halbwüstenlandschaft in den Hochebenen Südafrikas. Unterschieden werden Kleine Karoo, Große Karoo und Obere Karoo sowie Sukkulentenkaroo und Nama-Karoo.

Wir sind entlang der Route 62 gefahren. Diese Strecke ahmt die Route 66 in USA nach – es ist aber auch so, als würde man sich im Westen der USA befinden. Nur gibt es da wohl keinen Ronnies Sex Shop. Ronnie’s Sex Shop ist natürlich kein Sex Shop, sondern eine spezielle Bar. An der Decke hängen Unmengen von BHs, an den Wänden Graffiti und Visitenkarten. Alles ist schon ziemlich heruntergekommen aber Ronnie ist eine besondere Type, der sich zu uns gesellte und von sich uns seinem Leben erzählte, als wir einen Kaffee getrunken haben. Er hatte schon immer diesen Laden mit Essen und Getränken an der Route 62 – aber kein Mensch kehrte ein. Als er seinen Laden in Ronnie’s Sex Shop umbenannt hatte, stoppten die Leute plötzlich. Und das schlechte Gewissen verbietet es auch, ohne Konsumation zu gehen.


Nach unserem Stop sind wir durch unzählige Baustellen gefahren: uns amüsiert immer wieder die afrikansiche Baustellenführung. Zuerst steht ein armes Persönchen, das mehr oder weniger motiviert eine Flagge schwenken muss. Dann kommt ein Ort, wo man anhalten muss – ohne Ampel, sondern eine Stopp-Absperrung. Irgendwann schiebt dann die verantwortliche Person für diese Absperrung die Abschrankung zur Seite und die Autos können passieren. Und das kann mehrmals im Tag passieren.

Am Abend sind wir auf der Farm Oakrest in der Nähe von Ladismith angekommen. Hier stehen wir auf dem Farmgelende, an den Rebbergen und See und direkt im Flusstal des Dwarsriver und am Fuss von Towerkop (Bergkette).
Der Vormittag war „Haus- und Autoarbeit“, am Nachmittag gönnten wir uns eine kleine Wanderung durch die Landschaft.






