Am 23.05. sind wir am Abend noch zu Fuss ins Zentrum von Mosselbai zum Museum von Bartolomeu Dias. Er war ein portugiesischer Seefahrer und Entdecker, der 1487/88 als erster Europäer die Südspitze Afrikas umsegelte. Man geht davon aus, dass seine erste Anlandung in Mosselbaai war. Zu seinen Ehren wurde hier ein Museum errichtet. Die Anlage, in welchem das Museum angesiedelt ist, hat auch einen kleine bottanischen Garten und ein Mini-Auqarium. Mosselbai selber ist ein Ferienort mit vergangenem Charm und die Sicherungsmassnahmen an den Häuseren sind bemerkenswert.

Am nächsten Tag sind wir über Witsand Richtung Malgas gefahren. Witsand ist eine Bucht am Indischen Ozean. Jährlich kalben hier viele dieser Tiere, was dem Ort und der Bucht den Namen The Whale Nursery of South Africa (deutsch etwa: „Der Walkindergarten von Südafrika“) eingebracht hat.  Dieses Spektakel ist zwischen Juni und Oktober zu bewundern – bei unserem Besuch waren leider keine Wale in der Bucht zu sehen.

Danach planten wir die Fähre von Malgas über den Breederiver zu nehmen, weshalb wir gern 70 km ziemlich üble Wellblechpliste in Kauf genommen hatten. Kaum da angekommen, kam ein Farmer, dessen Anwesend kurz vor der Fährstation lag, auf uns zugerannt und sagte, er hätte schlechte Neuigkeiten: die Fähre sei ausser Betrieb. Schade – vergebens 70 km Wellblech, die nun auch wieder zurückgefahren werden mussten; die Südafrikaner haben es nicht so mit dem rechtzeitigen Informieren. Das ist uns doch nun schon einige Male passiert, dass wir erst direkt vor dem Ziel festgestellt haben, dass etwas geschlossen ist.  Aber egal, die Fahrt zur und wieder  nach Swellendam hatte viele schöne Fotoeindrücke gegeben.

Alohe Vera

Alohe Vera
Was auf diesen Steinen wohl wächst
Windrad, das hilft, das Wasser aus dem Boden zu holen.

Die (regnerische) Nacht/Morgen haben wir in Bontebok verbracht. Der 1931 ursprünglich zum Schutz der letzten 30 frei lebenden Bontebok (Buntbock)-Antilopen  gegründete Nationalpark umfasst lediglich ein Gebiet von rund 20 km² und ist damit der kleinste der südafrikanischen Nationalparks. Die Zahl der Buntböcke wird heute bei 200 gehalten, da eine grössere Anzahl ökologisch hier nicht zu vertreten ist. Ausser noch ein paar wenigen anderen Antilopen (u.a. den Bubales, d.h. Hartebeest) gibt es noch einige Bergzebras zu sehen.

Heute Morgen sind wir trotz leichtem Regen auf Pirsche und haben uns über die Bonteboks und die Hartebeest erfreut. Aber allem voran an der tollen Flora, die in diesem Park einzigartig ist. Es ist auch einer der ganz wenigen Park, in welchem Wanderungen und Radtouren möglich sind.

Unser letzter Stopp galt dem südlichsten Punkt Afrikas, dem Cap Agulhas. Die südlichste Region Afrikas wird übrigens auch gerne als „Foot of Africa/Fuss von Afrika“ bezeichnet. Geographisch betrachtet, ist dieses Kap aber nicht nur das südlichste, sondern es gilt auch als offizielle Trennungslinie zwischen Indischem und Atlantischem Ozean.

Heute Abend stehen wir ausserhalb von Gansbaai am atlantischen Ozean. Wir stehen grundsätzlich nicht frei, da uns dies als zu unsicher erscheint. Lieber bezahlen wir die Kosten für einen bewachten Platz (meist mit Strom und Wasser in nächster Nähe), welche zwischen CHF 10 und 18 liegen.

24.05. – 26.05.2022: von Mosselbaai nach Swellendam und weiter zum südlichsten Punkt Afrikas, ans Cap Agulhas