Wir hatten eine sehr ruhige Nacht – ausser der Brandung der Barentsee hatten wir absolut keine Geräusche. Am Morgen haben wir Hamningberg, das verlassene Fischereidorf, erkundet. Es ist, als ob man um einige Jahre zurückversetzt wird. Viele Häuser wurden als Ferienhäuser renoviert, andere verfallen langsam. Das gibt dem Ort eine ganz eigene Atmosphäre.













Zwischen den Häuseren weiden Rentiere. 











Unser Weg zurück führte uns über die wunderschöne Küstenstrasse, die wir gestern schon gefahren sind, da die Orte im Osten der Varanger-Halbinsel nur über eine Stichstrasse zu erreichen sind.
Unser nächster Halt war die Stadt Vardø. Es ist die östlichste Stadt Norwegens und liegt noch östlicher als Istanbul, Sankt Petersburg und Kairo. Vardø liegt auf einer Insel vor der Küste und ist nur über einen gut 3 km langen Tunnel zu erreichen, der 80 m in die Tiefe sticht und unter der Barentsee durchführt. Als erstes haben wir die nördlichste Festung der Welt, Vardøhus besucht, welche von König Håkon V. um 1300 auf der Insel errichtet wurde. Sie diente der Wahrung der norwegischen Interessen an der Nordostpassage gegen Nowgorod.
Vardø spielte während des Kalten Krieges eine wichtige Rolle im Frühwarnsystem der NATO. Die Kuppeln der Radargeräte, die das Bild der Gemeinde beherrschen, dienten aber auch zivilen Zwecken. Seit 1998 befindet sich eine weitere Radarstation mit dem Namen Globus II. Offizielle Aufgabe ist die Verfolgung von Weltraummüll. Dieses X-Band-Radar dient allerdings auch für die National Missile Defense der USA; Murmansk (RUS) ist ja nicht so weit weg. Diese Anlage trohnt über allem.
Der Ort selber, der nicht mehr so florierte wie zur Hochzeit der Fischerei, hat aber einige spzielle Ecken und Eindrücke, die wir auf unsererm Marsch durch den Ort mitgenommen haben.













Diese Häuser, von Möwen zum Nisten auserwählt, haben verloren 🙁 
Was uns besonders beeindruckt und irgendwo auch etwas aufgewühlt hat, ist das Hexenmahnmal. Es wurde nach Plänen des Schweizer Architekten Peter Zumthor errichtete und besteht aus zwei Gebäuden: einem Pavillon mit «Scheiterhaufen» und einer 120 Meter langen Holz- und Segeltuch-Konstruktion mit den Namen der beschuldigten und verbrannten Personen.
Im 17. Jahrhundert, mit Höhepunkt in den Jahren 1662 – 1663, kam es in Nordnorwegen zu einer Welle von Hexenverfolgungen, unter denen die von Vardø mit zu den schlimmsten zählten. Mehr als 100 Menschen wurden der Hexerei beschuldigt, und 77 Frauen und 14 Männer wurden auf dem Scheiterhaufen verbrannt.
Heute stehen wir in der Nähe von Varangerbotn, noch auf der Varanger-Halbinsel und zum letzten Mal mit Blick auf die Barentsee, ehe es dann wieder zurück nach Finnland geht.



























