Den heutige Tag teilen wir in zwei Blogs auf: den heutigen Morgen mit Rundgang durch Hellissandur und dann die Erkundung der Halbinsel Snæfellsnes, den wir in einem Zweitagesblog morgen beschreiben. So viel schon vorneweg: Snæfellsnes hat nicht umsonst den Ruf „Island im Kleinformat“ zu sein. Es ist wirklich so – hat aber noch viele weitere schöne Punkte zu bieten.

Hellissandur ist nun nicht der Hot-Spot-Ort gemäss einschlägigen Reiseführern, aber er hat einen der wenigen Camping-Plätze auf der Halbinsel und das war der Ausschlag, für unseren Aufenthalt. Gemäss Wikipedia ist Hellissandur ist ein kleiner Fischerort. Der Fischfang hat hier eine lange Tradition. Schon im Mittelalter befand sich hier wegen der nahen reichen Fischgründe ein Fischerort, gemäss den Quellen wohl das erste in Island existierende Dorf. In früheren Zeiten standen die Frauen am Quai, wenn die Boote zurückkamen, und die Männer mussten alle an Deck stehen, damit man sehen konnte, dass keiner vermisst wurde. Die Frau mit den besten Augen (später dem besten Fernglas) wurde gefragt, ob der jeweils eigene Ehemann auch dabei sei. 

Wir wollten sehen, ob man von dieser Fischfang-Zeit noch etwas sieht und haben uns Hellissandur angesehen. Schon bald sind wir auf tolle Street Art in Form von fantastischer Wandmalerei gestossen. Offenbar hat im 2018 ein Street Art Festival mit verschiedenen Künstlern aus aller Welt stattgefunden. Die Bilder sind jedes auf seine Art wunderbar und ganz bestimmt einzigartig.

Von einer Fischfang- Vergangenheit zeugen zwei Skulpturen. Eine Skulptur zeigt die Frauen, wie sie auf die See hinausschauen, um zu sehen, ob ihre Männer wieder gut zurückkommen.

Eine andere Skulptur ist ein Schiff, das von einem Schmieden gemacht wurde, ganz nach seinen Vorstellungen von Schiffsbau.

Wir sind weiter durch den Ort gezogen – die Häuser sind sehr bunt – aber auch nicht verwunderlich, wenn es ein Grossteil es Jahres trüb und dunkel ist.

Wir haben uns immer wieder gewundert, weshalb überall – bei den öffentlichen Gebäuden und bei privaten Häusern die Island-Flagge auf Halbmast steht. Ich habe einen Radfahrer angehalten um zu erfahren, was der Grund ist. Die Antwort hat uns beeindruckt: heute Morgen sei ein Bewohner von Hellissandur in einem Altersheim im Nachbarsort gestorben und deshalb wären die Flaggen auf Halbmast. Schöne Geste – bei uns gibt (wohl eher gab)  es ja auch das Totenglöcklein. 

Und heute stehen wir nochmals auf dem selben Campingplatz wie gestern, in Hellissandur, weil a) morgen da Wetter sehr schön sein soll und b) weil dieser Platz ein idealer Ausgangspunkt ist.

Und dann morgen mehr über die Halbinsel Snæfellsnes und ihre schönen Ecken.

 

 

 

 

07.09.2020: Einzigartige Street Art in Hellissandur – ein Dorfrundgang voller Überraschungen

2 Gedanken zu „07.09.2020: Einzigartige Street Art in Hellissandur – ein Dorfrundgang voller Überraschungen

  • September 8, 2020 um 8:06 a.m. Uhr
    Permalink

    Lieber Norbert, liebe Claudia, prima, Ihr könnt die Halbinsel sehr Intensiv besichtigen, jetzt weiß ich auch, wo der Papeigeientaucher auf der Welle reitet, sehr schön, wobei eigentlich jedes der gezeigten Bilder ihren Reiz haben, Euch wünsche ich noch viel Erfolg zum Mittelpunkt der Erde, liebe Grüße Hildegard

    • September 8, 2020 um 10:08 a.m. Uhr
      Permalink

      Hallo liebe Hildegard, heute wollen wir zum Mittelpunkt der Erde gehen. Eigentlich sollte heute strahlend blauer Himmel sein – nur regnet es seit Mitternacht ununterbrochen. Wir warten mal noch ab und sonst sehen wir den Snæfellsjökull im Regen.

      Liebe Grüsse
      Claudia und Norbert

Die Kommentare sind geschlossen.