Die letzten beiden Tage hatten wir ein ganz besonderes Erlebnis – wir sind von Foum Zquid nach M’Hamid quer durch die Wüste des Erg Chegaga gefahren (Erg = Eine Sandwüste in der Sahara. Die beiden bekannten in Marokko sind Erg Chebbi oder eben Erg Chegaga).
Wir sind mit Christoph und Martina, sie in ihrem Sizu (Iveco-Basis) von Foum Zquid gegen 11.00 Uhr losgefahren. In dieser Kleinstadt, die am Rande des Anti-Atlas liegt, haben Norbert und ich noch Brot und Mineralwasser gekauft, damit wir eingedeckt sind für die nächsten Tage.
Wir haben auch noch sicherheitshalber unsere WoMos vollgetankt, damit wir nicht plötzlich in der Wüste deswegen in eine missliche Lagen kommen.

Danach ging es weiter zum Beginn der Piste durch den Erg Chegaga. Die Gesamtlänge der Piste bis nach M’Hamid ist rund 147 km. Wir wollten diese aber nicht in einem Tag durchfahren – ging auch nicht, denn oft kamen wir nur mit Rund 15 Km/h vorwärts.


Der erste Teil der Strecke – rund 55 km – war reine Steinwüste. Die Sandwüste und die Dünen des Erg Chegaga kamen erst nach dem Lac Iriki – einem meist ausgetrockneten Salzsee. Die Steinwüste war nicht schwierig aber nicht besonders angenehm zu fahren, da die Fahrt über Steine nicht besonders „erholsam“ ist. Wenn dann noch Wellblech (Bodenrillen quer zur Fahrbahn) dazu kommt, ist es eine höllische Kombination, die auch entsprechend langsam zu fahren ist, wenn man nicht alle Blomben in den Zähnen, Möbel im Womo oder Inhalt in den Schränken verlieren möchte.


Apropos-Sandwüste: Sandwüsten nehmen nur etwa 20 % der Wüstenflächen der Erde und auch der Sahara ein. Der Rest ist Stein-, Kies-, Salz- oder Eiswüste.
Der Lac Iriki ist meistens ausgetrocknet und bildet eine gross Salzfläche – trotzdem ist Vorsicht geboten, da man v.a. mit schwereren Fahrzeugen einsinken kann, weil trotzdem noch Wasser an gewissen Stellen unter der Oberfläche steht. Gerade in diesem Jahr hat es immer wieder geregnet und da ist besondere Vorsicht geboten.
Wir sind ganz am Rande auf dem See gefahren – weil unsere Piste uns dadurch führte. Überhaupt war es immer mal wieder ein Suchspiel, wo nun die oder einer der Pisten durchführt. Es gibt zwar verschiedenen Online-Karten, aber da sich durch den Wind auch Spuren und Dünen verschieben oder verschwinden, war es nicht immer so einfach. Mit Christoph und Martina hatten wir aber tolle Navigatoren, die vorausgefahren und uns perfekt geführt haben.




Kurz vor Ende unserer Dienstagsstrecke kamen wir mal wieder an eine Militärkontrolle – diese wurde vorgängig angekündigt. Nachdem vom Posten auf dem Hügel zwei Herren gemütlichen Schrittes zu uns runtergelaufen kamen, der eine in Jogging-Anzug, der andere in Uniform, mussten wir die Fiche (mit allen Daten zu uns und dem Fahrzeug) abgeben sowie die Pässe zeigen. Bei Christoph und Martina wollten sie noch in das Auto schauen und haben noch so ganz beiläufig nach einem Geschenk gefragt. Natürlich gingen sie leer aus – aber probieren kann man es ja.
Gegen 16.30 Uhr waren unsere Kehlen trocken, zwischen den Zähnen knirschte es und verlangte nach einem Apéro. Durch diesen Drang getrieben, haben wir nach rund 70 km einen schönen Platz in den Dünen gesucht und auch gefunden. Es ist ja nicht so, dass es nicht viele Dünen und bestimmt auch ebenso viele schöne Plätze gäbe, nur ist das Hinkommen und auch wieder Rauskommen am nächsten Tag (auch nach einem nächtlichen Sandsturm) zu beachten.

Nach dem Apéro (Manchego und Jamón Ibérico cebo aus Spanien sowie Datteln aus Marokko) begannen wir mit der Zubereitung des Abendessen. Martina und Christoph haben ein Poulet im Römertopf gemacht, wir die am Vortag beim Metzger gekauften Rindfleischmöckli. Zusammen mit Reis und feinem marokkanischen Wein – danke Martina und Christoph – hatten wir ein köstliches Nachtessen, mitten in der Wüste.


Die sternenklare Nacht ohne künstliche Lichter nutzte Norbert, um Aufnahmen vom Sternenhimmel zu machen. Heute kam Stativ und Drohne zum Einsatz (Drohnenaufnahmen folgen zu einem späteren Zeitpunkt).

Nach einer ruhigen Nacht (ich erwähnte an dieser Stelle: kein Muezzin weit und breit) mit starkem Wind zwischendurch, der aber unserem erholenden Schlaf kein Abbruch tat, konnten wir am Morgen draussen bei strahlendem Sonnenschein frühstücken.

Weiter ging die Fahrt Richtung M’Hamid durch tolle Sandpisten, entlang der Dünen vom Erg Chegaga. Die Dünen im Erg Chegaga sind nicht ganz so hoch, wie die im Erg Chebbi. Dafür ist das Wüstengebiet viel grösser. Die höchste Düne im Erg Chegaga erreicht rund 100 m, während die höchste Düne im Erg Chebbi rund 150 m hoch ist.




Wir haben auch wieder einige Dromedare gesehen, die mit ihrem Jungtieren durch die Dünen gezogen sind.


Dadurch, dass es die letzten Tage immer mal wieder regnete, können wir bezeugen – die Wüste lebt!

Irgendwann war der schöne sandige Teil zu Ende und es kam wieder Steinwüste – dass wir die nicht mögen, habe ich ja bereits am Anfang dieses Beitrages geschrieben. Und die Sympathie ist auch nach den weiteren 20 km nicht gestiegen.

Die letzten 15 km vor M’Hamid waren dann Dünen und Sandpisten – dieses Mal aber noch einiges höher und v.a. mussten kleinere Dünen überfahren und konnten nicht mehr umfahren werden. Bei einer sind wir dann nicht ganz drüber gekommen – wir sind zwar nicht aufgesetzt, aber ein Vorwärtskommen war auch nicht mehr möglich, ohne dass wir uns selber eingegraben hätten. Wir konnten dann mit Untersetzung und Sperren wieder rückwärts runterfahren und eine kleine Umfahrung suchen.

Unse Ziele waren: Kein Aufsetzen auf Dünen, kein Ausbuddeln, kein Seilwindeneinsatz, kein Reifeplatzer und kein Sandblech-Einsatz. – alles haben wir erreicht und kamen gegen 16.00 Uhr um viele Erfahrungen reicher in M’Hamid auf dem kleinen Camping „La Bussole“ (=der Kompass) an. Und – natürlich war auch wieder ein Apéro der nächste Fixpunkt 😉. Das Abendessen liessen wir uns vom Camping-Platz kommen. Um 19.00 Uhr wurden wir mit Teigwaren, Salat (nur die Oliven haben wir gegessen) und köstlichen Rindlfleischwürfeli (wie sind Fan davon) vom Holzkohlegrill bedient.



Zwei tolle Tage mit Christoph und Martina konnten so bei einem guten Essen und feinem Wein würdig gefeiert werden.

Morgen wird es für Norbert und mich weiter nach Ouarzazate gehen.
Die Bilder der letzten beiden Tage in einer Galerie:




































Absolut spannend und bildlich festgehalten dass man die Reise selber erleben kann , vielen Dank, wünsche euch weiterhin viele solche tolle Erlebnisse und und Eindrücke sowie alles alles Gute auf eurer Reise , herzliche Grüsse Mams
Liebe Mams, danke – ja, es waren tolle zwei Tage und nun geht es weiter. Wir freuen uns auf jeden Tag. Kussssss