Peking als Hauptstadt ist die grösste Stadt Chinas. Sie hat über 21.5 Mio. Einwohner (die registriert sind), davon wohnen rund 7 Mio. in der City. Trotz dieser Grösse hatten wir den Eindruck, dass alles sehr geordnet zu und her geht.

Am 27. wurden wir um 08.30 Uhr abgeholt für den Besuch des Himmels-Tempels oder -Altars. Der Himmelstempel ist eine Tempelanlage, in der die Kaiser der Ming- und Qing-Dynastien jedes Jahr für eine gute Ernte beteten.

Auf diesem Platz sind die typischen Farben allgegenwärtig:

Rot: Würde, Ruhm, Kraft
Grün: gute Ernte, Wachstum, Ruhe, Frische
Gelb: Toleranz, Geduld, Weisheit
Gold: Macht, d.h. die Kaiserfarben
Blau: Spiritualität, Sorgfalt, Umsicht, aber auch Glaube und Treue, Himmelsgott

Es ist eine sehr beeindruckende Anlage. Auf dem höchsten Punkt der in Stufen angelegten Tempel ist eine runde Steinplatte, welche das Zentrum der Erde aus Sicht der chinesischen Kaiser darstellt. Natürlich haben sich da ganz viele Chinesen – und von denen gab es heute sehr sehr SEHR viele – darauf fotografieren lassen.

Das Zentrum der Welt.

Und hier noch ein paar weitere Schnappschüsse.

Anschliessend sind wir zu einer Seidenspinnerei gefahren, wo uns gezeigt wurde, wie Seide von den Seidenraupen gewonnen wird.

Zum Abschluss ging es in die Fussgängerzone, wo wir uns aber aufgrund der hohen Temperaturen (40 Grad bei 90 % Luftfeuchtigkeit) in ein riesiges Kaufhaus verzogen haben. Es ist gigantisch, was hier alles gekauft werden kann.

Am Abend waren wir in der Akrobatik-Show im Chaoyang-Theater. Es war eine beeindruckende einstündige Vorstellung mit Akrobaten, Schlangenmädchen, Teller auf Stäben jonglieren, Motorräder in einem Käfig und vieles mehr. Wir waren enorm beeindruckt und begeistert.

Am 28. standen wieder einige Höhepunkte auf dem Programm: Am Morgen besuchten wir den Tian’anmen-Platz oder Platz (am Tor) des Himmlischen Friedens. Er ist angeblich mit einer Fläche von 39.6 ha der grösste befestige Platz der Welt. An der Nordseite steht das Tian’an Men, das Tor des Himmlischen Friedens, hinter dem sich die Verbotene Stadt anschliesst. Bis 1911 war der Platz nicht öffentlich zugänglich. Ab 1911 war er eine wichtige Demonstrationsstätte mit einem Fassungsvermögen von bis zu einer Million Menschen. Der Platz wird im Westen von der Grossen Halle des Volkes (Regierungspalast) und im Osten vom Chinesischen Nationalmuseum begrenzt.

Nach dem Tode Mao Zedongs im Jahr 1976 wurde auf dem südlichen Teil des Platzes ein gewaltiges Mausoleum errichtet, in dem seither der konservierte Leichnam Maos ausgestellt ist. Um 09.00 Uhr standen bereits die Chinesen auf einer Länge von 2 km an, um Mao im Mausoleum zu sehen (gemäss Reiseleitung liegt da aber nicht mehr der mumifizierte Mao sondern eine Wachsnachbildung).

Auf dem Tian’anmen-Platz fand 1989 eine Demonstration mit tausenden von Demonstranten statt, die von der Armee gewaltsam niedergeschlagen wurde (wird heute von der Regierung als „Zwischenfall“ bezeichnet).

Anschliessend besuchten wir die direkt angrenzende Verbotene Stadt. Die Verbotene Stadt (chinesisch alter Palast / Ursprungspalast oder Purpurne Verbotene Stadt) ist eine Palastanlage. Dort lebten und regierten bis zur Revolution 1911 die chinesischen Kaiser der Dynastien Ming und Qing. Der einfachen Bevölkerung war der Zutritt verwehrt – was den Namen Verbotene Stadt erklärt.

Die Verbotene Stadt stellt ein Meisterwerk der chinesischen Architektur dar. Ihre Anlage entsprach der Weltsicht der kaiserlichen Herrscher: ein annähernd rechtwinkliger Grundriss – ausgerichtet entsprechend dem Prinzip von Yin und Yang an der Nord-Süd-Achse – und die Verbotene Stadt als Machtsymbol des Kaisers in der Mitte. In ihr befanden sich unter anderem die Paläste der Herrscher. Die Dächer der meisten Hauptgebäude waren vergoldet, der Symbolfarbe des chinesischen Kaisers und mit glasierten Ziegeln gedeckt. Kein Gebäude in Peking durfte die Verbotene Stadt in der Höhe überragen.

In der verbotenen Stadt gibt es einen schmalen Weg aus Marmorplatten, welche zu den Palästen führt. Neben diese Weg gehen auf beiden Seiten Stufen hoch. Über diese Platten wurde der Kaiser in einer Sänfte getragen, die Diener mussten auf edn Stufen laufen, die Sänfte des Kaisers schwebte über dem Marmorweg – dieser Weg durfte nur vom Kaiser genutzt werden.

Egal welche Sehenswürdigkeiten wir besuchen, es hat riesige Menschenmassen. Meist nur Chinesen, wenig Langnasen (Westler). Aber dadurch, dass sie damit aufwachsen, einer unter Millionen zu sein, gewöhnt man sich vermutlich daran. Gemäss Reiseleitung sind in den Sommermonaten täglich 85’000 Menschen auf dem Tian’anmen-Platz und in der verbotenen Stadt.

Heute wurde uns noch die Heraldik der Flagge der Volkrepublik China erläutert: Der grosse Stern seht für die kommunistische Partei Chinas. Die vier weiteren Sterne bedeuteten ursprünglich einfach das Volk, das sich um die Partei herum versammelt und lebt. Später wurden die Sterne definiert. Der erste symbolisiert die Bauern, der zweite die Arbeiter, der dritte die Handwerker und der vierte die Interlektuellen.

Unterwegs zum Hotel haben wir noch zwei – drei Schnappschüsse festgehalten. Es ist einfach allen viel zu heiss und zu feucht. Heute hatten wir zwar nur 38 Grad aber nahezu 100 % Luftfeuchtigkeit.

Am Abend besuchten wir die Shaolin-Kungfu-Show im Roten Theater. Es ist die Geschichte über einen jungen Mönchen, der von seiner Mutter ins Kloster gebracht wird, um ihn als Kampfmönch bei den Shaolin-Mönchen auszubilden.

27./28.7.2019: Peking – eine facettenreiche Stadt