Wir verbrachten eine ruhige Nacht auf dem Parkplatz direkt vor der Eishöhle, die wir heute Morgen besuchten.

Der Höhenunterschied zwischen dem unteren und dem oberen Höhleniveaus beträgt etwa 32 Meter, und die Fläche aller ihrer Säle und Gänge bildet mehr als 65’000 m2. Die Gipshöhle verfügt über zahlreiche grosse Galerien – wir besuchten heute deren 24. Darin wurden mehr als 70 unterirdische Seen entdeckt. Da in der Höhle Minustemperaturen herrschen werden Seen sowie Tropfgestein zu Eis. Die verschiedenen Beleuchtungen in der Höhle haben teilweise mystisch und teilweise kitschig angemutet.

Für heute stand eine eine sehr kurze Tagesetappe von lediglich 130 km an, wir hatten es also nicht eilig und sind in den kleinen Ort Kungur gefahren, wo wir einige Momentaufnahmen gemacht haben.

Interessant für uns ist immer wieder, dass sehr viel für Kinder gemacht wird, sogar ein Lunapark hat dieser kleine Ort. Der Lunapark ist zwar in die Jahre gekommen aber die Familien nutzen diesen Platz rege. Eine Reiseleiterin erzählt uns, dass die Regierung Putins eine Geburtenprämie ab dem zweiten Kind bezahlt, um einen Anreiz für mehr Kinder zu schaffen: Es sind umgerechnet rund CH 12’000. Diese Einmalzahlung ist zweckgebunden: Wer sie in Anspruch nimmt, kann damit entweder die eigenen Wohnverhältnisse (Eigentum kaufen) verbessern, die Ausbildung der Kinder finanzieren oder die Altersvorsorge der Mutter aufstocken. Apropos Wohn-Eigentum kaufen: die Hypothekar-Zinsen sind sehr sehr hoch, sie liegen bei 12 %. Die Kindererziehung ist bei den Mittelstandsfamilien bei den Grosseltern, damit beide Elternteile arbeiten können, da die monatlichen Einkommen niedrig sind (auch im Verhältnis zu den Lebenserhaltungskosten). Wir hatten eine Universitätsprofessorin als Reiseleitung. Sie verdient mit einem Vollzeitpensum CHF 350 im Monat, was aber nicht zum Leben reicht. Deshalb müssen beide Elternteile arbeiten.

Unser heutiges Tagesziel war Jalym, ein kleines Dorf im Ural, abseits der Hauptroute nach Sibirien. Das Dorf selber ist schon sehr idyllisch.

Wir wurden von den Jalym Babuschkas (die 80jährige Mutter, ihre drei Töchter, der Ehemann der ältesten Tochter und zwei Enkelinnen) in ihren Gemeindesaal eingeladen, wo sie uns mit selbstgemachtem Gebäck (süss und salzig), Tee, Liedern und Tanz begeisterten. Wir waren erst sehr skeptisch – aber es waren sehr schöne und kurzweilige zwei Stunden.

Wir stehen heute für die Nacht an der Strasse (für WoMos ohne Bodenfreiheit) und die geländegängigen WoMos (wie wir) auf einem Feld von Jalym.

Morgen fahren wir nach Jekaterinburg und damit von Europa nach Asien – wir sind gespannt, was uns da erwartet.

2.6.2019: Eishöhle von Kungur und ein schöner Abend in Jalym

4 Gedanken zu „2.6.2019: Eishöhle von Kungur und ein schöner Abend in Jalym

  • Juni 2, 2019 um 6:34 p.m. Uhr
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    Vielen Dank für diesen spannenden Blog , ist sehr vielseitig und beeindruckend, besonders die Eishöhlen sind bewundernswert das ist bestimmt einmalig und Am Abend die Belohnung mit den feinen Spezialitäten,sieht sehr lecker aus wünsche eine gute Nacht und morgens einen schönen Tag!

    • Juni 3, 2019 um 3:08 a.m. Uhr
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      Liebe Mams,

      vielen Dank – das freut uns. Ja – die Spezialitäten waren köstlich.

      Heute verlassen wir Europa – wir werden es festhalten.

      Kuss ond en schöne Tag
      Claudia

  • Juni 2, 2019 um 8:42 p.m. Uhr
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    Hallo ihr beiden Overlanders, liebe Claudia und Norbert
    mit hohem Interesse haben wir bis anhin euren Blog verfolgt, mitgelebt und möchten euch zu dieser sehr umfassenden Berichterstattung gratulieren (die im Text eingebundenen, kurzen geschichtlichen Details sind das Salz in der Suppe. Auch die grosse Bilderauswahl ist beeindruckend … fragen uns nur, WANN ihr denn noch Zeit habt all diese Details ins Netz zu stellen. Sincères félicitations à vous deux; vraiment impressionnant!!
    Wir machen jetzt eine „Sommerpause“ (Schweiz und Nachbarländer), bevor wir dann im Herbst ein weiteres Kapitel unseres Overlander-Daseins in Angriff nehmen.
    Claudia wünschen wir gute Besserung. Herzliche Grüsse: Regula + Edwin, the „Milou Team“

    • Juni 3, 2019 um 3:06 a.m. Uhr
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      Hallo Ihr Lieben, schön von Euch zu lesen. Na ja – es geht ganz flott mit dem Blog: Norbert ist für die Fotos und Korrektorat zuständig, ich für das Schreiben. Geniesst die Sommerpause – viel Spass.

      Wir halten Euch weiterhin auf dem Laufenden.

      Liebe Grüsse
      Claudia und Norbert

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