So – und nun auch wieder eine starke Internetverbindung, damit wir unseren Blog schreiben und hochladen können.
Vom See Mývatn fuhren wir zum Wasserfall Goðafoss, der 11 m hoch ist. Der Sage nach soll der Gode und Gesetzessprecher Þorgeir Ljósvetningagoði Þorkelsson um das Jahr 1000 n. Chr., nach der beschlossenen Übernahme des Christentums als Staatsreligion, die letzten heidnischen Götterbilder in den Goðafoss geworfen haben. Daher der Name (= Götterwasserfall).

Danach fuhren wir Richtung F26, der 213 km lange Sprengisandsleið. Wir wollten den Sprengisandur fahren, die berühmteste Route durch das Hochland, die Nord- und Südisland miteinander verbindet. Früher wurde diese Route von Reitern und Hirten mit ihren Herden benutzt. Der Weg war gefürchtet wegen der Einsamkeit, den Gesetzlosen und Geächteten, die sich hier versteckten, und die plötzlichen Wetterstürze. 1933 gelang es erstmals einem Auto, diese Strecke zu durchfahren. Auch heute kann die Strecke nur mit geländegängigen Allradfahrzeugen befahren werden. Es sind mehrere Furten durch Gletscherflüsse zu durchfahren, die sehr unterschiedlichen Wasserstand haben können. Der Sprengisandur liegt zwischen den Gletschern Hofsjökull und Vatnajökull, meist auf Höhen zwischen 700 und 800 m.
Auf dem Weg zur Sprengisandur haben wir einen Abstecher zu zwei weiteren eindrücklichen Wasserfällen gemacht. Der erste Wasserfall war der Aldeyjarfoss mit einer Höhe von 20 m. Was sehr bestechend ist, ist der Kontrast von den schwarzen Basaltsäulen und dem schäumenden weißen Wasser.

Der nächste Abstecher war der Hrafnabjargafoss, ein Wasserfall von lediglich 5 m Höhe . Wie der Aldeyjarfoss führt auch dieser Wasserfall gelbes Wasser – Gletscherwasser.

Danach ging es dann auf die eigentliche Sprengisandur, die uns über rund 213 km Schotter-, Wellblech- und Steinpiste führte.


Auf dem Weg mussten immer mal wieder kleinere Furten (Flussdurchquerungen) gemacht werden.

Mit Abzweigung auf die F821 kamen wir zu einer echten Oase führte: zu Laugafell auf 879 m Höhe. Laugafell hat heisse Quellen, die einen kleinen Pool speisen, in dem bei 39 Grad gebadet werden kann (worauf wir verzichtet haben). Der Touring Club von Akureyri hat hier im absoluten Nichts einige kleinen Hütten und einen Stellplatz gebaut.


Obwohl am 01.08.2020 die Schweiz den 1. August feierte, haben wir hier kein einziges Racketli oder Bengalisches-Zündhölzli gezündet – aber wir haben an alle in der Schweiz und an unser Land gedacht und darauf angestossen🍾.
Am 02.08.2020 sind wir am Morgen auf die Strecke F752 gefahren, die uns südwärts auf die F26 zurückbrachte. Das Hochland, die Sandwüste, die karge Vegetation, die Sicht auf die Gletscher war einfach herrlich.

Wo immer es etwas Wasser gibt, wenn auch nur ein paar Tropen, spriessen tolle Blumen, die uns ebenso begeistert haben, wie die Fahrstrecke.

Am Nachmittag begann es wieder zu regnen, was uns etwas nervös machte, denn wir mussten noch zwei recht grosse Flüsse furten, wobei der eine für seine ziemlich starke Strömung berüchtigt ist. Doch mit Untersetzung und allen verfügbaren Sperren drin, ging es locker flockig 🤫.


Die verbrachten wir die Nacht auf einem weiteren Platz des Touring Club von Akureyri, auf dem Nýidalur, der auf rund 800 m liegt.

Am 03.08.2020 wollten wir unbedingt die historische Sprengisandur fahren, die noch schöner sein soll als die neue. Um zu dieser Hochlandstrasse zu gelangen, mussten wir erst eine 11 km lange Zufahrt zurücklegen. Wir haben zwar gelesen, dass es etwas steinig ist. Doch – es war sehr steinig – v.a. sehr grosse Steine, die oft umfahren werden mussten (sofern es erlaubt war von der Pistenführung), einige mussten wir aus dem Weg tragen – aber es ging gut. Und dann das trockene Bachbett: Eine riesen Geröllhalde und zum ersten Mal haben wir uns kurz festgefahren. Wir mussten eine Weile lang Steine forttragen, resp. einige Steine so platzieren, damit wir drüber fahren konnten. Aber auch das klappte – unser WoMo ist eine richtig Starke und Fleissige.

Endlich kamen wir auf die historische Sprengisandur, die uns Meter für Meter begeistert hat mit toller Sicht auf den drittgrössten Gletscher Islands, den Hofsjökull. Er erstreckt sich über 925 km2. Übrigens ist uns auf der ganzen Strecke kein anderes Auto begegnet – es waren auch keine frischen Reifenspuren zu erkennen.


Saftig grüne Gras- und Flusslandschaften, einige Flussquerungen, grandiose Sichten einorm grosse Stein- und Sandwüsten.



Dazwischen haben wir noch einen Abstecher zu den Resten der Hütte des berühmtesten Geächteten von Island gemacht: Fjalla-Eyvindur („Eyvindur aus den Bergen“), eigentlich Eyvindur Jónsson, (* 1714 in Hrunamannahreppur; † 1783) war ein wegen Diebstahl Verurteilter. Nach seiner Verurteilung um 1760 floh der Geächtete gemeinsam mit seiner Frau Halla in das Hochland. Im Lavafeld Ódáðahraun („Missetäterlavafeld“), in der Nähe von Hveravellir und an anderen Orten des Hochlands soll das Paar 20 Jahre in der Wildnis überlebt haben und gab damit Anlass zur Legendenbildung.

Gestern Abend haben wir uns auf einem Natur-Campingplatz in Þjórsárdalur häuslich eingerichtet.

Heute standen drei sehr schöne Wasserfälle und ein Hof, der be einem Vulkanausbruch der Hekla (auch das Tor zu Hölle genannt) durch Asche verschüttet wurde und vor einiger Zeit wieder ausgegraben wurde.
Der erste Wasserfall war Hjálparfoss – der Fluss Fossá í Þjórsárdal stürzt hier zwischen Basaltsäulen in zwei Arme gespalten etwa 9 m in die Tiefe.

Danach besuchten wir die Stöng: In Stöng sind die ausgegrabenen Fundamente eines wikingerzeitlichen Gehöfts. Der im Hof mit Langhaus wurde vermutlich im Jahr 1104 bei einem Ausbruch des Vulkans Hekla unter Asche begraben – die Ausgrabungsarbeiten sind im 2020 abgeschlossen worden.

Der nächste Wasserfall war in der Schlucht von Gjáin (isländisch für „die Schlucht“) mit zahlreichen kleineren Wasserfällen des Flusses Rauðá. An der oberen kesselartigen Eintiefung befindet sich der Wasserfall Gjárfoss.

Der letzte Wasserfall des heutigen Tages war Háifoss. Der Fluss Fossá í Þjórsárdal, ein Nebenfluss der Þjórsá, stürzt hier über eine steile Stufe von 128 m in die Tiefe. Er ist nach dem Morsárfoss und Glymur um den dritthöchsten Wasserfall Islands.

Auf dem Weg nach Selfoss nahmen wir noch einige Eindrücke mit, ehe es zum Einkaufen, Ver- und Entsorgen und Übernachten (mehr ist in Selfoss nicht zu unternehmen). Zwischenzeitlich ist auch Hildegard, die Schwester von Norbert in Island eingetroffen. Mit ihr wollen wir die nächsten drei Wochen einige Höhepunkte (von denen es sehr viele gibt) erkunden.

Ein fantastischer Blog !!!Man kommt nicht aus dem staunen heraus und so wahnsinnig vielseitig aber auch die Fahrt war teilweise richtig waghalsig, danke Askja bist ein tapferes Mädel , die Natur ist einfach ein Wunder, wo es nur ein par Tropfen Wasser gibt spriessen schon Blumen in seltener Schönheit. Ein wunderbares Land, ich wünsche euch weitere tolle Erlebnisse und gute Fahrt mit viel Glück. Gruss an Hildegard mit ihr macht ihr aber nicht solche strube Fahrten , oder? Viele liebe Grüsse Mams in Gedanken bei euch.
Hallo Mams, danke – waren tolle Tage und Askja macht es wirklich perfekt. Wir grüssen Hildegard von dir und versprochen, dass wir nicht ganz so strube Sachen machen. Kuss